Alles im grünen Bereich

Nachhaltiges Denken, davon ist Christian Zulauf, Co–Geschäftsführer, überzeugt, soll über den eigenen Gartenzaun hinausgehen. Deshalb investiert man bei Zulauf seit Jahren intensiv in Ressourcenschonung – sichtbar und unsichtbar.

Christian Zulauf, Ihr Unternehmen bezeichnet sich als «nachhaltig». Das hört man doch überall. Wir möchten mehr wissen.

Nachhaltigkeit bedeutet Achtung vor der Umwelt und Offenheit für neue Entwicklungen. Manches, was wir heute tun können, war vor 10 Jahren technologisch gar nicht möglich. 

Beginnen wir beim Energieverbrauch.

Alle Betriebsgebäude, das Gartencenter, unsere Büros, Betriebswohnungen und Wohnhäuser heizen wir über Wärmepumpen. Dabei wird dem Grundwasser Wärme entzogen, bevor es wieder im Boden versickert. Auf diese Weise sparen wir rund 300 000 Liter Heizöl pro Jahr. Zur Beleuchtung verwenden wir immer mehr LEDs und immer weniger der klassischen Neon-Röhren. Das senkt den Energieverbrauch fürs Licht um einen Drittel. Auch unsere Maschinen erneuern wir laufend. Der Umstieg von unseren alten VW-
Pickups auf neue Nutzfahrzeuge senkt den Benzinverbrauch nach und nach um bis zu 90%. Im Dieselbereich laufen alle Maschinen inklusive Lastwagen, Lieferwagen und Traktoren mit Bio-Sprit.

Eins ist mir dabei wichtig: Wir halten gar nichts von Bio-Diesel aus Mais-Pflanzungen! Wir fahren Diesel aus rezykliertem Speiseöl von Schweizer Gastronomiebetrieben. Das funktioniert auch mit neuesten Maschinen. Wir setzen das Produkt in einer Vorreiterrolle seit einem Jahr konsequent ein und sind voll zufrieden. Und da wir gerade beim Thema «Transport» sind: Wir sparen auch Energie, indem wir soviele Pflanzen wie möglich vor Ort anziehen und Produkte aus Schweizer Hand beziehen.

Wie gehen Sie mit Abfällen um?

Wir trennen alles. Pflanzenabfälle verarbeiten wir zu Kompost. In einem grossen Gartenbaubetrieb ist das aber nur ein Anfang: Wir sammeln rund 30 Tonnen Kunststoffabfälle pro Jahr. Im selben Zeitraum bringen wir auch etwa 25 Tonnen Holz sowie 40 Tonnen Papier und Karton zur Wiederverwertung. Ausserdem sammeln wir Stahl, Alu, Glas, Altöl, Reifen und Batterien.

Sparen beim Energieverbrauch, konsequentes Recycling, worauf achten Sie sonst noch?

Zum Beispiel auf gezielt dosierte Düngung. Wir analysieren die Erde in den Töpfen unserer Pflanzen und düngen exakt nach Bedarf. Dieser Aufwand verhindert, dass überflüssiger Dünger ins Ökosystem gelangt.

Womit wir beim Wasserhaushalt wären.

Für die Bewässerung beziehen wir kein Wasser aus dem öffentlichen Netz! Sämtliche Anbauflächen sind versiegelt und werden entwässert. Das bedeutet: Das gesamte Giesswasser und dazu das Regenwasser auf Dächern und Plätzen wird gesammelt, gefiltert und in den Baumschulsee gepumpt. Wir haben Hunderte von Kilometern an Röhren verlegt. Vom See bringen wir das Wasser dann via starke Pumpen zurück in die Bewässerung. Auf diese Weise können wir Wasser bis zu 20 Mal rezyklieren.

Wie gehen Sie mit Pestiziden und Herbiziden um?

Da setzt Zulauf wo immer möglich auf biologischen Schutz. Es geht nicht nur ums Spritzen. Zwei Beispiele: Schädlinge bekämpfen wir mit Nützlingen. Gegen Läuse arbeiten wir mit biologischem Öl. Was Herbizide betrifft: Wir decken fast jede Kultur mit Kokosmatten ab, damit Unkraut gar nicht erst wachsen kann. Das minimiert den Herbizideinsatz drastisch.

Lohnt sich das alles?

Der Dienst an der Natur ist nicht gratis. Aber natürlich lohnt sich das. Manchmal lässt sich damit sogar Geld sparen. Aber wir tun auch, was sich nicht auszahlt. So ist die Wärmerückgewinnungsanlage in der Küche vom Baumschul-Café beispielsweise kein gutes Geschäft. Wir handeln aus Überzeugung. Ich will keine Verschwendung und keinen unnötigen Abfall. Punkt!