Einsamer Apfelbaum auf Partnersuche

Sie haben einen Apfelbaum – kerngesund, jung, aufstrebend – und er will einfach keine Früchte tragen. Gut möglich, dass ihm ein Gschpänli zur Befruchtung fehlt.

Apfelblüten Männlich und weiblich in einem: Die meisten Obstbäume haben zwittrige Blüten, sind aber auf Wind und Bienen angewiesen, die die Bestäubungsarbeit erledigen.
Feige (Ficus carica) Die Feige (Ficus carica) ist eine einhäusige Pflanze, in der Fachsprache monözisch, das heisst, es sind weibliche und männliche Blüten auf derselben Pflanze vorhanden.
Sanddorn männlich Eine klassische Zweihäusigkeit: Beim Sanddorn gibt es männliche (unten) und weibliche Pflanzen (oben), wobei eine männliche zur Bestäubung für mehrere weibliche ausreicht.

Die Befruchtung der Obst- und Beerensorten ist entscheidend für die Ernte. Einige Pflanzen erledigen das selber, andere benötigen geeignete Partner.
Und jetzt wirds ein wenig botanisch. Sollten Sie nach dem Lesen mehr Fragen als Antworten haben, besuchen Sie einfach das Gartencenter Zulauf. Fragen Sie unser Team, welche Pflänzchen sich am liebsten mit wem paaren. Wir beraten Sie gerne und ganz ohne Fachchinesisch.

Zwitter, Fremdbefruchter, Selbstbefruchter

Die weitaus meisten Pflanzen haben zwittrige Blüten. Sie vereinen sowohl männliche als auch weibliche Fortpflanzungsorgane. Bei diesen Obstsorten wird zwischen Fremd- und Selbstbefruchtern unterschieden. Die meisten Obstbäume (z. B. alle Apfel-, Birnen- und Kirschensorten) sind Fremdbefruchter, ihre Blüten können also weder mit den Pollen des eigenen Baums noch mit dem eines anderen der gleichen Sorte bestäubt werden.
Genau deshalb benötigt Ihr störrischer Apfelbaum in der weiteren Nachbarschaft (im Abstand von bis zu rund 200 Metern) mindestens einen Baum einer geeigneten anderen Befruchtersorte.

Selbstbefruchtung ist gut, Fremdbefruchtung ist besser

Einige Obstarten (z. B. Zwetschgen, Aprikosen, Pfirsiche und Nektarinen) sind Selbstbefruchter. Sie brauchen für die Befruchtung keinen fremden Pollen. Aber auch bei diesen Obstarten ist es besser, wenn Fremdpollen zusätzlich für die Bestäubung sorgen, denn es wird nicht nur die Befruchtung verbessert, sondern auch die Fruchtqualität.
Um die Wahl eines geeigneten Pollenspenders zu erleichtern, muss auf die Blütezeit geachtet werden. Stimmt die Blütezeit zweier Sorten überein, ist schon viel erreicht.

Singledasein oder Polygamie?

Ausserdem gibt es ein- und zweihäusige Pflanzen. Die einhäusigen vereinen getrennt weibliche und männliche Blüten auf derselben Pflanze. Sie benötigen keine anderen Pflanzen zur Befruchtung. Zu dieser Gattung zählen zum Beispiel Feigen, Walnussbäume und Kastanien.
Bei den zweihäusigen gibt es unterschiedliche männliche und weibliche Pflanzen, es müssen also zwingend beide gepflanzt werden, um eine Befruchtung zu gewährleisten. Dabei genügt meistens ein männliches Exemplar für mehrere weibliche Pflanzen. Dazu gehören zum Beispiel Kaki, Sanddorn und einige Kiwisorten.

Alles klar? Wunderbar. Wenn nicht: Kommen Sie vorbei und fragen Sie uns!