Kalettes – der kultige Kohl aus England

Der jüngste Spross der Superfood-Familie entwickelt sich zum regelrechten Trend: Kalettes oder Flower Sprouts, wie sie früher hiessen, verdienen den Namen Superfood allemal.

Kalettes Pflanze Die Röschen wachsen in den Blattachseln.
Kalettes gekocht Kalettes sind schnell und einfach zubereitet.
Kalettes-Röschen Kalettes im eigenen Garten? Ja, klar!
Kalettes Feld Von oben betrachtet sehen die Kalettes Felder aus wie Lavendelfelder in der Provence.

Die dekorativen Röschen mit der schönen Farbe und dem nussigen Geschmack strotzen nur so von Nährstoffen, sind schnell zubereitet und haben erst noch eine gute Ökobilanz, sie werden nämlich in der Schweiz produziert. Geerntet wird im Winter, dadurch bringen sie eine willkommene Abwechslung in das saisonale Gemüseangebot.

Gut Ding will Weile haben

Die schmackhafte Mischung aus Rosen- und Federkohl wurde in England gezüchtet. Rund 15 Jahre des Tüftelns vergingen, bis das britische Saatguthaus «Tozer Seeds» zufrieden war und im Jahr 2010 erstmals Kalettes (Brassica oleracea var. gemmifera) auf den Markt brachte. Der Siegeszug des Superfoods ging aber zuerst Richtung USA, bevor er Europa erreichte.

Vielfältiger Genuss

Bei uns findet man die Kalettes bereits in diversen Läden, Tendenz steigend. Das hat sicher mit dem feinen, nussigen Geschmack zu tun, der nichts von der leichten Bitterkeit des Rosenkohls geerbt hat. Eine Gemeinsamkeit mit dem anderen Elternteil ist allerdings nicht von der Hand zu weisen, Kalettes sind eher zäh, wenn sie roh genossen werden. Sie lassen sich aber wunderbar ohne viel Rüstarbeit zubereiten, zum Beispiel in einer Quiche, mitgekocht mit Pasta, rührgebraten im Wok oder – dann eben doch roh – fein geschnitten als knackige Ergänzung im Salat oder als Power-Vitamin-Smoothie.

Aussen fix, innen auch

Kalettes sehen nicht nur ausserordentlich dekorativ aus, sie haben es auch faustdick hinter den Blättern. Wie die anderen Kohlarten strotzen sie vor Vitamin C, dazu kommt viel Vitamin K und B6. Ausserdem jede Menge Ballaststoffe und Antioxidantien – und, rund um die Weihnachtszeit auch nicht unwesentlich – nur wenig Kalorien. Also das ideale Wintergemüse, das das Imunsystem in Schuss hält und den Speiseplan wunderbar bereichert.

 

Anbau und Ernte

Die blumigen Röschen sind eine sogenannte Langzeitkultur, sie belegen ein Feld oder ein Beet im Garten während eines ganzen Jahres. Die Setzlinge werden im April in den Boden gebracht, die Ernte beginnt Ende Oktober und kann je nach Sorte bis im März dauern. Ähnlich wie beim Rosenkohl wachsen die Röschen in den Blattachseln an einem festen Stängel, der 60 bis 100 cm hoch wird. Im Gegensatz zum Rosenkohl sind es aber keine kleinen Kohlköpfchen, sondern lockere, violetblaue Kohlröschen. Ein Kalettes-Feld sieht von oben wie ein Lavendelfeld in der Provence aus. Und das in der Schweiz!

Kalettes im eigenen Garten? Ja klar!

Wie fast alle Kohlarten sind auch die Kalettes hungrige Gesellen und benötigen einen nährstoffreichen Boden und sehr gerne einen sonnigen Standort. Ab Ende März beginnt die Aussaat im Gewächshaus und ab Anfang Mai werden die Setzlinge (Sie finden sie bei uns im Gartencenter beim Gemüsesortiment) ins Gartenbeet gepflanzt, Abstand ca. 50 cm. Für einen guten Start kann man ihnen etwas Hornspäne mit ins Pflanzloch geben. Gut giessen (vor allem in den ersten Monaten und in Trockenperioden), den Boden locker halten und evtl. mit Mulch vor dem Austrocknen schützen. Das funktioniert natürlich auch in Gefässen auf dem Balkon – diese benötigen allerdings einen Durchmesser von mindestens 30 cm. Als Starkzehrer sollten Kalettes nie in zwei aufeinanderfolgenden Jahren im selben Beet angepflanzt werden. 

 

Frisch auf den Tisch

Mit Kalettes lassen sich viele köstliche Menüs zubereiten, überzeugen Sie sich selbst und versuchen Sie die feine Quiche Kalettes

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