Zaubernuss - Hamamelis

Die «Königin der Winterblüher» zaubert im Januar die ersten Farbtupfer in unsere Gärten. Die Hamamelis-Gewächse (Hamameliaceae) erfreuen sich bei uns einer wachsenden Beliebtheit.

Auch der Winter bietet fantastische Gartenbilder. Der morgendliche Frost zaubert ein silbernes Kleid auf unsere Pflanzen und lässt sie in bizarren Formen in der Morgensonne erstrahlen. In höheren Lagen beflügeln schneebedeckte Pflanzen, Bäume und Sträucher unsere Fantasie. Die eigentlichen Stars im Winter sind jedoch die Winterblüher. Der Winterschneeball (Viburum x bodnantense ꞌDawnꞌ), die Christrose (Helleborus), die leuchtend roten Früchte der japanischen Aukube (Aucuba japonica ꞌVariegataꞌ) und die sagenumwobene Zaubernuss (Hamamelis). Wenn der restliche Garten zu schlafen scheint, zeigen uns die Winterblüher die kleinen Wunder der Natur.

Herkunft

Die «Königin der Winterblüher» zaubert im Januar die ersten Farbtupfer in unsere Gärten. Die Hamamelis-Gewächse (Hamameliaceae) erfreuen sich bei uns einer wachsenden Beliebtheit. Immer mehr Gartenfreunde sind begeistert von diesen seit Urzeiten existierenden Sträuchern. Fossile Funde belegen ihre Existenz schon gegen Ende der Kreidezeit. In einer Jahreszeit, da die Natur in unseren Gärten zu ruhen scheint, gleicht das Blühen der Hamameliaceae einem kleinen Wunder. Die Hamamelis sind in Nordamerika und in den lichten Wäldern Ostasiens beheimatet. Ihr englischer Name «witch hazel», Hexenhasel, ist nicht weniger mystisch wie zu Deutsch die Zaubernuss. Die beiden deutschen Worthälften -nuss und -hasel weisen auf die Ähnlichkeit mit der Haselnuss (Corylus avellana) hin, verwandt sind sie jedoch nicht.

Chinesische oder Japanische Zaubernuss

Die beiden Hauptvertreter der wildwachsenden, botanischen Zaubernuss-Gewächse sind die Hamamelis mollis (chinesische Zaubernuss) und Hamamelis japonica (japanische Zaubernuss). Die chinesische Zaubernuss kann eine Höhe und Breite von bis zu 5 Metern erreichen. Ihre goldgelben Blüten verströmen einen herrlichen Duft. Auch im Herbst sind die attraktiven, leuchtend gelben Blätter eine Zierde für jeden Garten. Im Gegensatz dazu punktet die etwas kleinere japanische Zaubernuss mit ihrer knallroten Herbstfärbung und den etwas feineren rötlichen Blüten. Bei extremem Frost rollen sich die fadenförmigen Blütenblätter zusammen. Nur kurze sonnige Abschnitte reichen, um die blattlosen Zweige aufs Neue zu beleben. Die bizarre Form der fein behaarten Blütenblätter erinnern ein wenig an eine bunte Spinne. Die Fortpflanzung ist genauso spektakulär wie effektiv. Wenn sich die zweifächrigen Samenkapseln entwickelt haben, schleudern sie die Samen mit einem Knackgeräusch und einer Heftigkeit aus den Kapseln, dass die Samen mehrere Meter weit fliegen.

Ansprüche

In unseren Gärten und Parks finden wir hauptsächlich die faszinierenden Kreuzungen beider Arten. Der sehr langsame Wuchs der Hamameliacea und die relativ aufwändige Veredlung sortenechter Pflanzen erklären den verhältnismässig teuren Anschaffungspreis. Für die jahrelange Freude an diesen zauberhaften Winterblühern lohnt sich das jedoch allemal.

Die Zaubernuss stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden. Nährstoffreich, feucht, eher sauer und tiefgründig sollte er sein. Aber bitte, Trockenheit mag diese Schönheit nicht! Bei längeren trockenen Wetterphasen unbedingt giessen! Am liebsten steht sie an einem sonnigen Platz. Den Halbschatten verzeiht sie zwar, wartet dann aber mit einer etwas bescheideneren Blütenpracht auf. In der Pflege ist sie anspruchslos, etwas Kompostgabe im Frühjahr reicht dem genügsamen Strauch. Ein Schnitt benötigt und verträgt sie nicht. Obschon sie nur sehr langsam wächst, sollte ihr genügend Platz eingeräumt werden, weil sie nach einigen Jahren genauso hoch wie breit sein wird. Ältere Sträucher lassen sich zudem schlecht verpflanzen. 

Heilpflanze

Nicht nur ihrer Schönheit verdankt die Hamamelis ihre grosse Beliebtheit. Die heilende Wirkung der Inhaltsstoffe von Blättern und Rinde der Hamamelis virginia ist längst bekannt. Verschiedene Indianerstämme Nordamerikas verwendeten Rinde und Blätter als Heilmittel für die innere und äussere Anwendung. Auch in den heutigen pharmazeutischen und kosmetischen Produkten ist die Hamamelis virginia nicht mehr wegzudenken. Es wurden schon gute Erfolge bei leichten Entzündungen, Hautekzemen und bei Venenleiden erzielt.

Verzaubert oder verhext? Die Hamamelis-Zweige dienten übrigens auch als Wünschelruten! Versuchen Sie es doch einfach einmal...