Thujahecke mit braunen Trieben

Auch Thujahecken werden von Pilzkrankheiten und Schädlingen nicht verschont. Anhand des Schadbildes kann festgestellt werden, um welchen Schaderreger es sich handelt.

Schaderreger

Die Thuja, aus denen viele Gartenhecken bestehen, können in Europa gelegentlich von zwei Pilzkrankheiten und einer Miniermottenart befallen werden. Anhand des Schadbildes kann festgestellt werden, um welchen Schaderreger es sich handelt.

Triebsterben

Beim sogenannten Triebsterben, das durch den Pilz Kabatina thujae verursacht wird, verfärben sich zuerst die Blattschuppen, später auch die Triebe und Zweige von der Spitze her gelb bis dunkelbraun. Das erkrankte Gewebe ist zum gesunden scharf abgegrenzt und stirbt ab. Unter den danach sich aufreissenden Blattschuppen werden kleine schwarze Flecken sichtbar. Im Frühling treten daraus Sporen hervor und werden durch Wind und Spritzwasser verbreitet.

Bekämpfung

Die beste Abwehr der Krankheit besteht im Entfernen der Infektionsquellen, indem die erkrankten Pflanzenteile bis ins gesunde Holz hinein weggeschnitten werden. Allenfalls kann versucht werden, mit einem Fungizid ab Mitte Mai drei Spritzungen im  Abstand von zwei Wochen vorzunehmen. Geeignet sind Mittel mit den Wuchsstoffen Kupfer, Mancozeb oder Maneb, auch systemische Fungizide.

Pilz Didymascella thujina

Die andere, Nadelbräune genannte Pilzkrankheit, durch den Pilz Didymascella thujina verursacht, zeigt ähnliche Symptome wie die oben beschriebene, ist aber weniger häufig. Besonders an den unteren Trieben vergilben die Schuppen zunächst, schließlich verfärben sie sich braun, aber alles etwas blasser als bei Kabatina. Auch hier ist die erkrankte Zone scharf zur gesunden abgegrenzt. Junge befallene Seitentriebe fallen im Spätherbst ab, wodurch die Langtriebe auskahlen. Auf der Oberseite abgestorbener Nadeln entstehen dunkelbraune bis schwarze Fruchtkörper, welche bei Nässe fleischig werden. Im Frühjahr schwärmen daraus Sporen, die auch hier durch Luftströmungen und Wasserspritzer verbreitet werden. Feuchte und schlecht belüftete Standorte begünstigen die Krankheit.

Bekämpfung

Die Bekämpfung ist dieselbe wie bei Kabatina, Spritzungen erfolgen jedoch erst von Juli bis Oktober und alle zwei Wochen, was sehr aufwendig ist.

Thujaminiermotte

Die Thujaminiermotte ist erst Ende des vergangenen Jahrhunderts aus Nordamerika, der Heimat unserer Heckenthuja, nach Europa eingeschleppt worden, wo sie sich inzwischen eingebürgert hat. Ende Juni und im Juli fliegen die grauen, etwa einen Zentimeter messenden Falter. Wenn sie gestört werden, fliegen sie sofort auf, lassen sich aber rasch wieder nieder. Unter die Blattschuppen werden grünliche Eier gelegt, die schon nach zwei Wochen schlüpfen. Die grüngräulichen Raupen, am Hinterteil etwas rötlich, am Kopf glänzend schwarz, von etwa einem halben Zentimeter Länge, minieren in den Zweigen triebabwärts, wobei Hohlgänge entstehen. Gelegentlich finden sich auf den Nadelschuppen Kotausscheidungen und Schlupflöcher. Bis zum nächsten Frühjahr dauert das Larvenstadium, im Mai/Juni erfolgt die Verpuppung, im Juli schlüpft die Motte.

Schaden

Der Schaden der Thujaminiermotte sieht wiederum ähnlich aus wie bei den beiden Pilzen. Die minierten Triebe verfärben sich, soweit der Trieb hohlgefressen wurde, braun, der nicht angenagte Teil bleibt grün, scharf abgegrenzt. Die Bekämpfung der Motte erfolgt laufend durch Wegschneiden der abgestorbenen Triebe, wobei, weil die Raupe stets nach unten frisst, noch fingerbreit vom grünen Teil, wo sie am Fressen ist, entfernt werden sollte. Allenfalls kann im Sommer zur Flugzeit wiederholt mit einem Insektizid gespritzt werden.

Der Unterschied von Pilz- oder Schädlingsbefall

Es ist also auf den ersten Blick nicht einfach festzustellen, um welchen Schaden es sich beim Absterben von Thujatrieben handelt. Es kann aber immerhin schnell unterschieden werden zwischen Pilz- und Insektenbefall. Beim Pilzbefall sind die Triebe nie hohl.