Upcycling

Neu ist Upcycling im Garten nicht, schon vor einigen Jahren standen in verschiedenen Gärten ausgediente Wäscheschleudern der Grossmütter, umfunktioniert in Gefässe und hübsch bepflanzt mit Geranien.

Mittlerweile haben aber viele entdeckt, dass in alten Dingen neue, überraschende Ideen stecken, die nichts kosten und vor allem einzigartig sind.

Was ist Upcycling

Wir Menschen sind zum Glück am Umdenken und werfen nicht mehr alles einfach weg, daraus hat sich ein Trend namens «Upcycling» entwickelt. Der Ausdruck bedeutet, dass Abfall und Ausrangiertes in gebrauchsfähige Gegenstände umfunktioniert wird, und zwar nicht im Sinne von Recycling, bei dem Rohstoffe wiederverwertet werden, sondern im Sinne von Aufwertung, dem Gegenstand wird ein neues, oftmals komplett anderes Leben eingehaucht.

Herkunft

In vielen Drittweltländern ist diese Art der Zweckentfremdung nicht neu, schon seit Jahrzehnten werden dort aus Müll Gebrauchsgegenstände hergestellt. Dabei entstehen aus grossen Reissäcken Taschen, aus PET-Flaschen Flip-Flops oder sogar ganze Häuser. Not macht erfinderisch und mit viel Kreativität entstehen tolle Produkte.

Dutzende Möglichkeiten

Designer, ob im Bereich Mode oder Interieur sowie Bastler haben bekanntlich überall ihre Augen und Ohren offen und entdeckten bald eine Marktlücke. In der Schweiz allen bekannt dürften die strapazierfähigen Taschen sein, welche aus LKW-Blachen hergestellt werden. Auch aus altem Karton oder Papier werden in spezieller Falt- oder Flechttechnik Möbel, aus Buchseiten und Notenheften Lampenschirme hergestellt und aus alten, zerfledderten Orientteppichen entstehen Teppiche im Vintage Patchwork. Alte Glasflaschen lassen sich neu aufwerten zu Lampen für drinnen und draussen und aus umgekehrten Sektgläsern werden hübsche Kerzenständer. Vor ca. 3 Jahren kam die Idee auf, aus Holzpaletten Gartenmöbel zu bauen. Mit einer Säge, Schrauben oder einfach Nägeln, etwas handwerklichem Geschick und natürlich einer ordentlichen Portion Kreativität ist Erstaunliches möglich. So entstehen bequeme Sofas und Sessel, Clubtische, Sideboards, eine Bar, Relaxliegen, Arbeitstische zum Umtopfen von Pflanzen, Regale, originell bepflanzte Sichtschutzwände usw. Wer mag, kann alles noch im Shabby-Chic-Stil anmalen. Hier passen Kissen und Polster in Pastelltönen hervorragend dazu. Belässt man den Farbton des Holzes, eignen sich knallbunte Stoffe, eventuell in unterschiedlichen Farbtönen, besser. Dafür werden ganz einfach ausrangierte Lein- und Tischtücher oder Sets, Läufer und Servietten mit Textilfarbe aus der Drogerie umgefärbt und zu Polstern und Kissen umgearbeitet. Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Originelle Pflanzgefässe

Aber nicht nur Holzpaletten lassen sich neu aufwerten. Man sollte also alles, was ausgedient hat, noch einmal genau anschauen. Eine alte Bratpfanne lässt sich zum attraktiven Pflanzgefäss für Hauswurz oder Mauerpfeffer umfunktionieren. Ein paar Löcher in den Boden gebohrt sorgen für einen guten Wasserabzug. Der ausrangierte Kunststoffwäschekorb mit lauter runden, relativ grossen Löchern lässt sich wunderbar in ein Kräuter- oder Erdbeerbeet umwandeln, wobei die Löcher direkt bepflanzt werden können. Nach ein paar Wochen guter Pflege ist der Kunststoff kaum noch sichtbar. Das alte Eisenbett, welches jahrelang auf dem Estrich stand, wird zum Beet für Salat oder Vergissmeinnicht. Vorteil: Hier muss man sich bei der Pflanzung oder Ernte nicht zu sehr bücken. Aus dem völlig verstimmten, alten Klavier wird nicht nur ein origineller Sichtschutz. Den Deckel entfernt und den Klangraum mit einer Folie ausgekleidet und mit Erde gefüllt, sind den Ideen bezüglich der Bepflanzung kaum Grenzen gesetzt. An einen schattigen Standort gestellt, finden hier Funkien und kleine Farne einen schneckenfreien Platz oder man lässt alles von Efeu umranken. In der Sonne dürfen es auch Kapuzinerkresse oder Hängepetunien und -geranien sein.

Rankhilfen

Wer es noch weitertreiben mag und von einem abgerissenen Altbau alte, intakte Fenster ergattern kann, fügt diese zu einer Glasabdeckung für das Frühbeet zusammen und wer mehr davon hat, baut aus diesen ein kleines Gewächshaus. Fehlen bei einigen die Gläser, so eignen sich diese wunderbar als romantische Rankhilfen für Klematis und Geissblatt. Sie sehen, mit etwas Phantasie und Geschick kann jeder zum «Künstler» werden. Und wer nichts Altes zum upcyclen hat – es gibt genügend Brockenhäuser mit einer Fülle von Gebrauchtem.