Sommerschnitt

Verschiedene Nutz- und Ziergehölze schneidet man am besten im Sommer, dazu gehören Beerenobstpflanzen, Glyzinien oder auch Heckenpflanzen. Wir zeigen, wies geht.

Wer nicht in den Ferien weilt, kann sich an seinem Garten erfreuen. Aber es gibt auch Gartenarbeiten zu erledigen, beispielsweise der richtige Rückschnitt verschiedener Gehölze.

Beerenobststräucher nach der Ernte zurückschneiden

Für Beerenobststräucher ist es günstig, im August einen Sommerschnitt durchzuführen und die Sträucher auszulichten. Dies fördert die Bildung von kräftigem Fruchtholz für die nächste Ernte.

Himbeeren auslichten
Nach der Ernte sind die abgetragenen sowie schwachen und kranken Ruten über dem Boden wegzuschneiden und sofort zu vernichten. Pro Laufmeter sind 10 bis 15 junge, starke Tuten stehen zu lassen und anzubinden.
Bei Spätsommer- und Herbstsorten (Autumn Bliss, Himbo-Top) werden im Winter sämtliche Triebe über dem Boden weggeschnitten.


Brombeeren
Abgetragene bzw. vorjährige Ruten werden im Herbst über dem Boden abgeschnitten. Junge Ruten sind aufzubinden, wobei bei schwächer wachsenden Sorten eher die so genannte Fächererziehung, bei stärker wachsenden die Palmettenerziehung in Frage kommt. Seitentriebe auf 2 bis 3 Augen zurückschneiden.

Kiwi
Geschnitten werden die Kiwipflanzen zunächst im August. Dabei werden die neu gebildeten Triebe so eingekürzt, dass noch 8 bis 10 Blätter über den Früchten stehen. Im Winter werden die Triebe dann auf 3 bis 5 Augen zurückgeschnitten. Nach 3 bis 4 Jahren werden die Zapfen ganz abgeschnitten und durch Jungtriebe aus dem alten Holz ersetzt.

Sommerschnitt an Glyzinien (Wisteria sinensis)

Herkunft
Die Glyzinen, botanisch Wisteria, sind Schlingpflanzen und gehören zu den Schmetterlingsblütlern. Die bei uns weitverbreitete Art ist Wisteria sinensis. Sie stammt aus China, wo sie ähnlich wie bei uns die Waldrebe die Bäume hochklettert. Sie windet sich dabei linksherum, also entgegen dem Uhrzeigersinn. Im Gegensatz dazu windet die aus Japan stammende Wisteria floribunda rechts.

Schnitt
Glyzinen sind wie Reben oder Kiwis zu schneiden. Im Juli/August kürzen wir die langen diesjährigen Triebe auf eine länge von etwa 50 cm ein, so dass fünf bis zehn Augen stehen bleiben. Auch spätere Austriebe sind einzukürzen. An diesen Kurztrieben werden reichlich Blütenknospen angelegt, die dann im folgendem Jahr zum Blühen kommen. Im Februar - März sind die so gekürzten Triebe nochmals auf zwei bis drei Augen auf sogenannte Zapfen zurückzunehmen. Altes, abgestorbenes Holz ist herauszuschneiden, auch überschüssige, zu dicht stehende Triebe. Am Hauptast sollten nur in einem Abstand von etwa 20 cm Zapfen mit Blütenknospen belassen werden. Die nach der Blüte wachsenden Neutriebe werden dadurch besser besonnt und setzen leichter Blütenknospen an. Überhaupt ist stets dafür zu sorgen, dass kein Dickicht entsteht, damit Sonne und Luft zu allen Pflanzenteilen im Überfluss Zutritt haben. An hohen Bäumen oder Stangen wachsende Pflanzen brauchen nicht geschnitten zu werden.

Heckenschnitt im August

Was beim Bart die Rasur, ist bei der Hecke der Schnitt. Und wie beim Bart kann man eine Hecke auch einfach wachsen lassen. Das empfiehlt sich jedoch nur bei wilden Hecken, bei einer strengen Hecke ist der jährliche Schnitt ein Muss.

Zwei Schnitte für die Schönheit
Nadelhölzer sollten in der Regel einem strengen Schnitt unterzogen werden. Säulennadelhölzer wiederum benötigen keinen seitlichen Schnitt. Dafür müssen sie oben jährlich gestutzt werden, sobald sie die Wunschhöhe erreichen. Grundsätzlich lohnt es sich bei allen Hecken ab einer gewünschten Endhöhe und Breite jährlich mindestens einmal zu schneiden. Am besten im August. Zwei Schnitte im Mai/Juni und August/September ergeben schönere Pflanzen. Man sollte jedoch nicht bei starker Sonne und Hitze schneiden, da sonst Verbrennungsschäden drohen. Falls Vögel in der Hecke nisten, sollte nicht vor August geschnitten werden.

Schablonen helfen
Ob man von Hand oder mit einer elektrischen Heckenschere ans Werk geht, ist Geschmackssache. Bei einer strengen Hecke ist es maschinell einfacher, weil der Schnitt genauer und gleichmässiger wird. Grundsätzlich lohnt sich immer der Einsatz einer Schablone, die die gewünschte Endform vorgibt. Die Schablone wird beim Schneiden laufend vorgerückt und vermeidet so Fehlschnitte.